Gin Cocktails

Gin Fizz

Gin Fizz
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Der Gin Fizz ist die süße Variante des bekannten Gin Tonic. In diesem Rezept erklären wir die Zubereitung des Gin Fizz, zeigen verschiedene Varianten und verraten euch die Zutaten.
Gin Fizz Es bitzelt: Gin Fizz selber mixen

Wie nennt man bei euch feinen Regen? Drippeln, nieseln, fisseln oder ganz anders? Die Nase über ein Glas mit frischer Soda zu halten fühlt sich ganz ähnlich an wie ein kleiner Sprühregen. Es ist kalt, sticht oder, ja, fisselt ein wenig und macht wach, was vorher eingeschlafen war. Und vielleicht wurde der Gin Fizz genau dafür erfunden: Um eine Pause vom Trinken zu machen, ohne mit dem Trinken aufzuhören, als kleine Erfrischung zwischendurch.

Wie ihr ihn zuhause selbst mixen könnt, ohne dabei nass zu werden, zeigen wir euch hier.

Ein alter Herr: Geschichte des Gin Fizz

Anleitungen für die Zubereitung des Gin Fizz (Basis ist übrigens ein Gin Sour) mit Soda gibt es bereits aus den Uranfängen der amerikanischen Barkultur: Schon in Jerry Thomas‘ The Bartender’s Guide aus dem Jahre 1862 findet sich ein entsprechendes Rezept. Das Interessante: Im Vergleich zu anderen Klassikern, die im Laufe der Jahrzehnte mehrfach überformt und dem Geschmack ihrer Zeit angepasst worden sind, blieb der Gin Fizz immer gleich. Guter Gin, frische Zitrone und etwas Zucker, das Ganze dann getoppt mit Soda; fertig ist der Drink, der euch manch einen lauen Barabend versüßen und eure müden Sinne wieder wach machen kann.

Verwechslungsgefahr gibt es lediglich mit dem sogenannten Tom Collins: Auch dieser Cocktail besteht aus Gin, Zitronensaft, Zuckersirup und Soda, scheint also auf den ersten Blick identisch mit dem Fizz zu sein. Anders als dieser wird der Tom Collins jedoch gerührt, nicht geshaked und enthält mangels Schmelzwasser deutlich mehr Soda. Auch interessant: Als Sour-Variante wurde der Gin Fizz in seinen Anfängen nicht wie heute üblich auf Eis, sondern straight up in einem Fizz-Glas serviert und dementsprechend schnell getrunken.

Schlehe, Ei und Schampus: Gin Fizz selber mixen

Wollt ihr den Gin Fizz zuhause selber mixen, braucht ihr eigentlich nur einen Shaker, etwas Eis und eure Grundzutaten. Wie nahezu jedes klassische Rezept bietet aber auch der Gin Fizz einiges an Spielraum und kann mit ein paar kleinen Tauschvorgängen zum Ruby, Silver oder Diamond Fizz werden: Der Ruby Fizz basiert auf Sloe Gin, einem tiefroten Schlehenlikör, und ist geschmacklich eher in der fruchtig-süßen Ecke zu verorten. Der Silver Fizz enthält ein Eiweiß und bekommt – ähnlich wie der Boston Sour – durch das zweifache Schütteln im Shaker eine schöne Schaumkrone. Verwendet ihr statt des Eiweißes ein Eigelb, bekommt ihr einen Golden Fizz – ohne Schaum. Der Diamond oder Royal Fizz wiederum ist etwas für Gourmets: Hier wird Champagner statt Soda zum Toppen verwendet.

Wollt ihr es zunächst simpel halten und beim Grundrezept bleiben, stellt sich die Frage, welchen Gin ihr verwendet. Die Antwort: zitrus- und wachholderbetonte Gins wie Sipsmith, Tanqueray und Co machen sich besonders gut, das Experimentieren mit „besonderen“ Aromen ist aber völlig legitim. Seid ihr große Gin Mare- oder Farny-Fans oder wollt frischen Wind mit ins Glas bringen: Nur zu.

Ansonsten gelten dieselben „Spielregeln“ wie bei anderen Drinks: Verwendet bestenfalls frischen Zitronensaft, kein Konzentrat, und wählt einen Gin, der euch auch pur geschmacklich zusagt, also nicht sprittig oder beißend schmeckt. Den Zuckersirup könnt ihr im Verhältnis 1:1 ganz leicht selbst im Mixer oder Kochtopf zubereiten; das Sodawasser sollte kalt und erfrischend sein, damit der fertige Drink seinen Zweck erfüllt.

Gin Fizz selber mixen – die Zutaten

Gin
5 cl
Zitronensaft
3 cl
Zuckersirup
1 cl
Soda
5 cl

Gin Fizz Zubereitung – Schritt für Schritt

  1. Ein Longdrinkglas mit Eiswürfeln befüllen.
  2. Gin, Zitronensaft und Zuckersirup mit viel Eis in einen Cocktailshaker geben und ordentlich schütteln.
  3. Den Cocktail doppelt abseihen.
  4. Mit Sodawasser auffüllen und einer Zitronenzeste oder – scheibe garnieren.
Gin Fizz
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persönliche Meinung
An meiner alten Bar im Herzen der Alpen gab es diesen einen Barkeeper aus dem Konkurrenzhotel, der der Überzeugung zu sein schien, alles immer besser zu können und zu wissen als ich. Da saß er dann an einem seiner ersten Tage im Tuxertal an meinem Tresen, nahm meine Barkarte auseinander und erklärte mir, warum Mojito und Caipirinha nicht den gleichen Preis haben dürfen (hab ich, ehrlich gesagt, bis heute nicht verstanden).

Seiner Meinung nach war mein Gin Fizz falsch, weil er keinen Zuckerrand hatte. Der Zuckerrand sei die einzig klassische Art, einen Gin Gizz zu garnieren. Heute weiß ich: Bullshit. Damals hat mich die Aussage getroffen. Weil ich wirklich vieles nicht wusste und alles immer perfekt machen wollte.

Wenn ihr am Anfang (oder Ende) eurer Cocktailjourney seid, also dieser gut gemeinte Rat: Wir sitzen alle im selben Boot. Es gibt Dinge, die wir wissen, und Dinge, die wir (noch) nicht wissen, und beides ist normal. Anstatt uns gegenseitig zu zerpflücken, sollten wir uns vielleicht über dem Tresen die Hand geben – und gemeinsam daran arbeiten, die Barwelt ein kleines bisschen besser zu machen.

Habt's fein!
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